Gewerbe

Ein eigenes Gewerbe ist der Traum vieler Menschen, doch nicht alle schaffen es, mit einer guten Idee und einem Gewerbe sich selbst dauerhaft zu ernähren oder gar Angestellte finanzieren zu können. Die Selbstständigkeit lockt viele Angestellte aus einem sicheren Arbeitsverhältnis und nicht alle Gewerbetreibende schreiben dauerhaft schwarze Zahlen mit ihrem Betrieb. Das Anmelden eines Gewerbes ist keine komplizierte Angelegenheit, denn dafür muss nur beim Gewerbeamt ein schriftlicher Antrag gestellt werden, doch vorher sollte man sich gut überlegen, ob zu Beginn ein Nebengewerbe sinnvoller ist oder die Tätigkeit sofort als Haupterwerb aufgenommen werden kann. Vor allem das Berechnen der Vorsteuer fällt für den Kleinunternehmer weg, jedoch dürfen hier bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

 

 

Was ist ein Gewerbe?

Der Gesetzgeber definiert ein Gewerbe so: jede erlaubte selbstständige und planmäßige Tätigkeit, die dauerhaft dazu dient, Gewinn zu erwirtschaften. Jeder Gewerbetreibende unterliegt der Gewerbeordnung und damit muss ein Gewerbeschein erteilt werden. Gewerbe wird in Handwerk, Verlagswesen, Industrie und Hauswesen aufgeteilt und seit 1878 gibt es in Deutschland die Gewerbeaufsicht, die die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen überwacht. Ein Gewerbetreibender ist unter anderem dazu verpflichtet, Buch zu führen über die Ausgaben und Einnahmen seines Gewerbes, anhand deren die zu zahlenden Steuern festgelegt werden. Ein Gewerbe kann nebenberuflich ausgeübt werden oder als Haupterwerb. Darum sollte bereits vor der Anmeldung beim Gewerbeamt feststehen, in welcher Form man selbstständig tätig werden möchte.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Haupt- und Nebengewerbe?

Ein Hauptgewerbe ist eine gewerbliche Tätigkeit, die als Haupterwerb ausgeführt wird, während ein Nebengewerbe neben einer Haupttätigkeit ausgeübt wird. Der Unterschied wird vor allem bei der Berechnung der Steuer deutlich, denn mit einem Nebengewerbe wird keine Mehrwertsteuer auf den Rechnungen ausgewiesen und somit kann auch die Vorsteuer nicht geltend gemacht werden.

Wer ein Gewerbe anmelden möchte, sollte sich gut überlegen, ob gleich ein Hauptgewerbe angemeldet werden soll oder die eigene Geschäftsidee erst im Nebengewerbe heranwachsen und damit das Risiko minimiert werden kann. Eine spätere Ummeldung von einem Neben- auf ein Hauptgewerbe ist jederzeit möglich. Das Ummelden eines Hauptgewerbes auf ein Nebengewerbe unterliegt dagegen bestimmten Fristen und Auflagen. Auch die finanzielle Sicherheit sollte nicht außer Acht gelassen werden und wer die Möglichkeit hat, neben einem Hauptjob, bei dem er sozialversichert ist, ein Nebengewerbe zu betreiben, sollte die doppelte Belastung zumindest für die erste Zeit in Kauf nehmen. Nicht jede gute Idee lässt sich als Gewerbe so umsetzen, dass der Lebensunterhalt davon dauerhaft bestritten werden kann.

 

 

Reicht eine Anmeldung beim Gewerbeamt aus?

Nicht in allen Fällen genügt das Anmelden eines Gewerbes beim Gewerbeamt. Je nach Tätigkeit muss auch ein Nachweis erbracht werden, dass diese Tätigkeit ausgeübt werden darf. In der Gastronomie wird beispielsweise eine Schankgenehmigung verlangt. Auch die Handelskammer muss bei einigen Tätigkeiten gesondert informiert werden, wohingegen das Finanzamt über das Gewerbeamt von der Aufnahme der Tätigkeit erfährt und automatisch eine Steuernummer zuteilt. Als Kleinunternehmer mit Nebengewerbe gelten bestimmte Einkommensgrenzen, die für die Mehrwertsteuer maßgeblich sind. Vor der Gründung eines Gewerbes sollte man sich genau informieren, welche Genehmigungen und Anträge für den konkreten Fall erforderlich sind.