IchAG

Sehr viele bedauern heute, dass es die IchAG in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Durch sie hatten immerhin viele Menschen die Möglichkeit, ins Arbeitsleben zurückzukehren. Vorwiegend machten sich so Erwerbslose selbständig, die einer Dienstleistung nachgingen. Dies konnte ein Hausmeisterservice, aber auch in der Altenpflege bei dem zu Pflegenden zu Hause sein. Das Angebot für den einzelnen war vielschichtig. Allerdings durften keine Mitarbeiter außer Familienmitgliedern eingestellt werden. Die Beantragung war hingegen sehr einfach. Heute erhält man zwar immer noch einen Zuschuss von der Agentur für Arbeit – er nennt sich Gründungszuschuss –, nur ist hier die Messlatte zur Entscheidung sehr hoch gesetzt. Eigentlich schade für die, die dann schon am Antrag scheitern, auch wenn sie eine noch so gute Idee hatten. Wer vorhat, sich selbständig zu machen, und auf den Zuschuss angewiesen ist, sollte hartnäckig bleiben und sich Rat bei den entsprechenden Kammern einholen. Dann könnte es eventuell doch noch klappen.

 

 

Für wen lohnt sich die IchAG?

Die IchAG war für jeden interessant, der schon länger erwerbslos war, aber keine Aussicht auf einen neuen Job hatte. Zumeist war sie auch attraktiv für jeden, der in der Lage war, selbstständig zu arbeiten, zu entscheiden und zu handeln. Eine gewisse Bereitschaft zum Risiko gehörte ebenfalls dazu, und natürlich die richtige Geschäftsidee zur rechten Zeit. Und dies war und ist auch heute noch das Schwierigste an der Selbstständigkeit. Was wird gesucht? Wie groß ist das Angebot? Wie hoch die Nachfrage? Braucht man das, was ich anbieten will? Diese Frage zu beantworten, ist immer schwierig. Wichtig dabei ist es, Nischen zu finden – vor allem die richtigen. Und wenn Sie einen Service anbieten wollen, in welcher Form auch immer, dann ist es wichtig, dass Sie diesen gewissenhaft ausführen und sich die selbstständige Arbeit zutrauen. Viele Serviceanbieter scheitern heute daran, dass sie ihre Aufgabe nicht ernst genug nehmen. Unfreundliche oder sachlich inhaltlose Aussagen dem Kunden gegenüber helfen nicht weiter. Der Kunde von heute ist rundum informiert und möchte auch von Ihnen eine konkrete Aussage zu Ihrem Angebot, sowohl in der Ausführung als auch zu den Kosten, die auf ihn zukommen.

 

 

Was ist, wenn eine IchAG scheitert?

Auch dies war an der IchAG ein Vorteil für den Erwerbslosen – er ging keinerlei Risiko ein. Scheiterte sein Unterfangen, sprich, seine IchAG, so meldete er sie einfach wieder ab und bekam seine Leistungen, die er zuvor erhalten hatte, auch weiterhin. Warum also keine IchAG beantragen? Für den, der eine gute Idee hatte und in keinem Beschäftigungsverhältnis stand, war diese Form der Selbstständigkeit optimal. Das Risiko blieb für den Ich AGler sehr gering, außer, wenn er zur Ausübung seiner IchAG sehr viel Geld investieren musste. Dennoch kam die IchAG in der Bevölkerung nicht so an, wie der Gesetzgeber es sich gedacht hatte. Rund 270.000 Arbeitslose beantragten eine IchAG. Sehr viele davon scheiterten allerdings gleich am Anfang, da sie ihre neue Aufgabe nicht gut durchdacht hatten. Daher werden heute wohl auch strengere Richtlinien zugrunde gelegt, um in den Genuss eines Existenzgründungszuschusses zu kommen. Eigentlich schade, denn von denen, die es über eine IchAG aus der Arbeitslosigkeit herausgeschafft haben, wird zu wenig berichtet. Und davon gibt es doch einige, die heute mit ihrer Selbstständigkeit sehr zufrieden sind und tragfähig wirtschaften.