Insolvenz

Dass eine Firma in die Insolvenz geht, ist heute keine Seltenheit mehr. Wenn es sich dabei um große Firmen handelt, leiden zumeist die Angestellten darunter, da sie keinen Lohn mehr erhalten, und zudem ihren Arbeitsplatz verlieren. Wenn eine große Firma in die Insolvenz geht, so haften die Gesellschafter meist nur mit ihrem eingezahlten Stammkapital, müssen aber nicht, so wie kleine Unternehmen mit bestimmten Rechtsformen, ihr privates Vermögen einsetzen. Bei einem Einzelunternehmer sieht es dagegen wieder anders aus; dieser haftet auch mit seinem Privatvermögen und läuft so Gefahr, schnell zum Sozialfall zu werden. Daher kämpft ein Einzelunternehmer auch umso mehr darum, dass dieser Fall gar nicht erst eintritt. Einzelunternehmer verpassen so aber auch oft den richtigen Zeitpunkt zur Aufgabe ihres Unternehmens. Nur – wann ist der richtige Zeitpunkt? Dies festzustellen, ist sicher nicht einfach, zumal der Unternehmer seine ganze Kraft, sein Geld, aber auch seine Hoffnung in den Betrieb gesetzt hat. Um schwerer fällt es ihm selbstverständlich, wenn sein Unternehmen aus einem Mangel an Aufträgen oder aufgrund erfolgloser Verkäufe von der Insolvenz bedroht ist.

 

 

Insolvenzverfahren

Letztendlich entscheiden die Gerichte, ob ein Insolvenzverfahren eingeleitet und eröffnet wird oder nicht. Zuerst wird ein vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter eingesetzt, der vor Ort die finanzielle Situation der Firma genau prüft und die Gesamtschulden auflistet. Zudem werden alle Gläubiger angeschrieben, die letztendlich dem Insolvenzverfahren zustimmen müssen. Sämtliche Aufgaben, insbesondere dann, wenn es um die finanziellen Belange geht, übernimmt ab sofort der Insolvenzverwalter. Die Eigentümer selbst haben keinen Einfluss mehr auf das, was in ihrer Firma passiert. Es gibt auch wirklich gute Insolvenzverwalter, die kreative und faire Wege aufzeigen, wie die Firma um die Insolvenz herumkommen könnte. Dies kann zum Beispiel durch Vergleiche erfolgen, die der Verwalter den Gläubigern anbietet. Eine andere Möglichkeit ist, gerade bei großen Firmen, der Verkauf der Firma. Damit können in erster Linie die Arbeitsplätze erhalten werden. Kommt es allerdings zur Insolvenzeröffnung, so wird alles bewegliche und unbewegliche Gut zu Geld gemacht, zumeist in Auktionen, um so die noch fehlenden Löhne zu zahlen und die Gläubiger zu bedienen. Die Lohnzahlungen haben Vorrang gegenüber den Zahlungen der anderen Gläubiger wie zum Beispiel der Lieferanten.

 

 

Laufzeit und Ablauf des Insolvenzverfahrens

Die Laufzeit einer Insolvenz liegt zwischen vier und acht Jahren. Das Insolvenzverfahren kann nur auf Antrag eröffnet werden. Diesen Antrag kann der Unternehmer selbst stellen oder aber auch einer der Gläubiger. Eine einberufene Gläubigerversammlung entscheidet letztendlich über den Antrag. Die Kosten des Verfahrens trägt der Unternehmer selbst. Hier können die ersten Schwierigkeiten auftauchen. Wird festgestellt, dass der Unternehmer für diese Kosten nicht aufkommen kann, könnte das Verfahren mangels Masse abgelehnt werden. Handelt es sich um ein Einzelunternehmen, so hat dies den Vorteil, dass, wenn das Verfahren eröffnet wird und der Unternehmer das Verfahren sowie auch die Wohlverhaltensphase positiv durchläuft, er nach Ablauf des Verfahrens schuldenfrei ist. Auch alle bis dahin nicht gezahlten Verbindlichkeiten erlöschen dann und der Unternehmer ist somit schuldenfrei. Bei großen Unternehmen ab 100 Beschäftigten kommt es laut Statistik im Rahmen einer Insolvenz zu einer Sanierung des Betriebes, der danach weitergeführt werden kann. In diesen Fällen behält zumeist ein Großteil der Belegschaft ihren Arbeitsplatz und es muss nicht allen gekündigt werden.