Lohnsteuer

Jeder, der in Deutschland in einem Angestelltenverhältnis arbeitet und keiner selbstständigen Tätigkeit nachgeht, muss auch Lohnsteuer bezahlen. Die Lohnsteuer ist eine sogenannte direkte Steuer. Das heißt, der Arbeitnehmer muss in jedem Monat bei der Lohnabrechnung vom Bruttogehalt die Lohnsteuer abziehen und diese direkt an das zuständige Finanzamt abführen. Der Arbeitgeber haftet für korrekte Abrechnung der Lohnsteuer bei seinen Angestellten und Arbeitern und muss bei einer eventuellen Steuerprüfung durch das Finanzamt jederzeit in der Lage sein, die Lohnsteuerbeläge vorzuweisen. Ist das nicht der Fall, dann gilt das als Steuerhinterziehung und wird vom Staat entsprechend mit Geld- oder auch mit einer Gefängnisstrafe geahndet.

Zu den wichtigsten Dokumenten, die der Arbeitgeber von seinen Angestellten bekommt, gehört neben dem Sozialversicherungsausweis auch die Lohnsteuerkarte. Auf einer Lohnsteuerkarte steht nicht nur die jeweilige Steuerklasse des Angestellten, sondern auf dieser Karte muss der Arbeitgeber auch die Summe eintragen, die er in jedem Monat als Lohnsteuer an das Finanzamt abführt, sowie die in der Lohnsteuer enthaltenen Beträge der Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag.

 

 

Die Lohnsteuerklassen

Nach dem sogenannten Einkommensteuergesetz wird die Lohnsteuer in sechs verschiedene Klassen unterteilt. In der Lohnsteuerklasse I sind alle die Personen, die unverheiratet sind oder deren Ehepartner dauerhaft im Ausland lebt. Aber auch Ehepaare kommen in die Steuerklasse I, wenn sie sich scheiden lassen möchten und aus diesem Grund getrennt leben.

Steuerklasse II ist für alle Alleinerziehenden und alle Arbeitnehmer, die verwitwet sind und mindestens ein Kind haben.

Alle Ehepaare, die nicht ständig getrennt leben, kommen in Steuerklasse III, und in Steuerklasse IV sind alle Arbeitnehmer, die verheiratet sind und bei denen beide Eheleute arbeiten und damit auch einkommensteuerpflichtig sind.

Wenn beide Ehepartner einer Arbeit nachgehen, aber dabei sehr unterschiedliche Gehälter haben, dann gibt es auch unterschiedliche Lohnsteuerklassen. Derjenige, der besser verdient, wird in Steuerklasse III gehen und der Ehepartner, der weniger verdient, wird Steuerklasse V wählen, denn dann ist die steuerliche Belastung deutlich geringer.

Steuerklasse VI ist schließlich für alle, die neben ihrem Hauptberuf einer zweiten oder auch dritten Tätigkeit nachgehen und dafür ebenfalls Lohnsteuer bezahlen müssen. Das gilt zum Beispiel für alle, die nach Feierabend noch als Bedienung in einem Lokal arbeiten oder einem Putzjob nachgehen. Der Arbeitgeber kann für einen Angestellten allerdings auch die steuerlich sehr ungünstige Steuerklasse VI angeben, wenn dieser ihm keine Lohnsteuerkarte vorlegt.

 

 

Der Lohnsteuerausgleich

Wichtig für jeden Arbeitnehmer ist auch der Lohnsteuerausgleich am Ende eines Jahres. Durch den Lohnsteuerausgleich kann der Arbeitnehmer die Lohnsteuer zurückbekommen, die er zu viel an das Finanzamt gezahlt hat. Da das Finanzamt bei der Lohnsteuer immer davon ausgeht, dass ein Angestellter das ganze Jahr über bei einem Unternehmen oder einer Firma beschäftigt ist, wird auch das komplette Jahr die Lohnsteuer einbehalten. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Besonders die Arbeitnehmer, die einer Saisonarbeit nachgehen, wie zum Beispiel im Hotel- oder im Gaststättengewerbe, oder die als Erntehelfer nur zeitweise arbeiten, sind in vielen Fällen oftmals längere Zeit ohne eine feste Beschäftigung. Da aber die Lohnsteuer trotzdem berechnet wird, ist es sinnvoll, am Ende des Jahres die zu viel gezahlte Lohnsteuer geltend zu machen.