Mittelstand

Als Mittelstand bezeichnet man in Deutschland kleine und mittlere Unternehmen. Eine genaue gesetzliche Definition für den Mittelstand existiert nicht, und da es branchenspezifische Unterschiede bei der Größenbestimmung der Unternehmen in den verschiedenen Sparten gibt, ist es schwierig, diesbezüglich einen Standard einzuführen. Die Zahl der Arbeitsplätze und der Jahresumsatz sind zwei der Kriterien, die zur Bestimmung herangezogen werden. Der Mittelstand in Deutschland bildet den größten Teil der Wirtschaft, denn fast 50% der Nettowertschöpfung stammt von Mittelstand. Da kleine und mittlere Unternehmen meist nicht über größere finanzielle Polster verfügen, kann ein schlechtes Geschäft bereits ihre Existenz gefährden, und um eine Schließung vieler kleinerer Betriebe zu verhindern, wurden Vereinigungen und Gruppen gegründet.

 

 

 

Der Mittelstand und die Wirtschaft

Etwa 99% der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen in Deutschland zählen zum Mittelstand. In den Betrieben und Firmen sind ca. 65% aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten tätig und rund 83% aller Auszubildenden werden im Mittelstand geschult. Die Zahlen verdeutlichen, dass der Mittelstand in Deutschland das Herzstück der Wirtschaft ist und ein Zusammenbrechen des Mittelstands fatale Folgen hätte. Der Wettbewerbsdruck für die kleinen und mittleren Unternehmer hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, wobei auch die Globalisierung eine große Rolle spielt. Ein kleiner Unternehmer kann durch die schlechte Zahlungsmoral eines Kunden bereits in arge Bedrängnis geraten und immer mehr kleine Unternehmen mussten deswegen bereits schließen. Um den Mittelstand zu stärken und damit die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, wurden sogenannte Verbundgruppen gegründet, in denen sich mehrere Unternehmer zusammenschließen, und auch öffentliche Mittel werden zu günstigen Zinssätzen an Unternehmen aus dem Mittelstand vergeben.

 

 

 

Verbundgruppen und Einkaufsvereinigungen

Durch die Globalisierung entsteht ein großer Wettbewerbsdruck, der immer mehr Unternehmen zu Kooperationen zwingt. Die einzelnen Unternehmen dieser sogenannten Verbundgruppen behalten ihre unternehmerischen Freiheiten, arbeiten aber gemeinsam an überbetrieblichen Aktivitäten, um eine Position auf dem Markt zu erlangen, die sonst nur Großunternehmen erreichen könnten. Etwa eine Viertelmillion Unternehmer im Mittelstand haben sich inzwischen zu rund 400 Verbundgruppen in Deutschland zusammengeschlossen. Innerhalb dieser Verbundgruppen werden alle relevanten Entscheidungen über Einkauf und Vertrieb getroffen und das Wachstum der einzelnen Partner ist das erklärte Ziel einer Einkaufsgruppe.

 

 

 

Die Vorteile der Einkaufsvereinigungen

Die gemeinsame Beschaffung von Gütern und Waren in Verbundgruppen wird auch als Einkaufsvereinigung bezeichnet und erstreckt sich auch auf Marketing und Dienstleistungen. Die einzelnen Unternehmer im Mittelstand profitieren von den Einkaufvereinigungen, denn so werden sie wettbewerbsfähiger und flexibler. Zudem werden das Risiko und die Kosten auf mehrere Schultern verteilt. Durch die Kooperation kann auch ein Zugang zu neuen Märkten entstehen und die einzelnen Unternehmer im Mittelstand werden besser vor Übernahmen geschützt. Der Transfer von Wissen und Technologie macht die Unternehmer wettbewerbsfähiger und verschafft ihnen Vorteile gegenüber Unternehmen, die autark arbeiten. Verschiedene Strategiekonzepte konnten innerhalb weniger Jahre einen großen Erfolg verzeichnen und vor allem das Vertreiben von Produkten verschiedener Hersteller unter einem Dach ließ schon einige Marken entstehen, wie beispielsweise eine große Parfümkette beweist. Die Mitglieder einer Verbundgruppe müssen jedoch einen Teil ihrer Selbstständigkeit aufgeben, damit das System funktionieren kann. Alle Entscheidungen müssen zum Vorteil der Gruppe getroffen werden, denn nur die Einheitlichkeit des Vertriebssystems kann den Erfolg bringen.