Nebenberuf

Was in einigen Ländern der Erde schon seit Langem praktiziert wird, gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Das Einkommen aus einem einzigen Job reicht in vielen Fällen nicht mehr aus, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, und so werden die Finanzen durch einen Nebenberuf aufgebessert. Von einem Nebenberuf spricht man, wenn eine Tätigkeit nicht mehr als ein Drittel der Stunden einer vergleichbaren Vollzeitstelle einnimmt, wobei das Vorliegen eines Hauptberufs hierbei unerheblich ist, denn auch Studenten oder Rentner können einem Nebenberuf nachgehen. Wer einen Nebenberuf ausüben möchte und einem Haupterwerbsjob nachgeht, braucht das Einverständnis des Arbeitgebers, der seine Zustimmung nur verweigern oder zurückziehen kann, wenn in einem Konkurrenzunternehmen gearbeitet werden soll oder die Leistung im Hauptjob nachweislich nachlässt. Auch bei der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit im Nebenberuf gilt diese Regelung.

 

 

 

Nebenberuf als Angestellter

Wer Stellenangebote für einen Nebenberuf sucht, findet in fast allen Branchen Angebote. Als Handwerker, in der Reinigung oder im Büro – fast überall werden sogenannte 400-Euro-Jobs angeboten. Nicht nur in großen Städten und Ballungsgebieten ist die Auswahl groß, denn auch die Supermarktketten suchen Angestellte, die im Nebenberuf Regale füllen, die Kasse besetzen oder den Imbiss betreuen. Stellenangebote lassen sich in allen größeren Tageszeitungen finden oder bei der Agentur für Arbeit, die auch über einen Onlineauftritt verfügt. Daneben gibt es im Internet verschiedene Plattformen, die Angebote zum Thema Nebenberuf enthalten, und mit den ausgefeilten Suchfunktionen lassen sich schnell alle relevanten Ergebnisse in der Umgebung anzeigen. Auch die Kontaktaufnahme kann online per E-Mail erfolgen, denn nicht alle Anbieter veröffentlichen ihre Telefonnummer im Netz. Die Bezahlung für den Nebenjob hängt von verschiedenen Faktoren ab und in einigen Fällen ist der Stundenlohn frei verhandelbar.

 

 

 

Nebenberuf als Selbstständiger

Das Arbeiten für den Arbeitgeber befriedigt viele Angestellte nicht mehr und auch die „sicheren“ Jobs sind immer dünner gesät. Da ist es nicht verwunderlich, wenn immer mehr Angestellte sich ein zweites Standbein aufbauen wollen. Viele Existenzgründer möchten den Sprung in die Selbstständigkeit jedoch nur mit einem festen Einkommen im Rücken wagen. Durch den Hauptjob ist man kranken- und rentenversichert und kann das eigene Unternehmen langsam aufbauen, ohne bei einem kleinen Rückschlag gleich alles zu verlieren. Viele selbstständige Tätigkeiten lassen sich im Nebenberuf und damit in den Abendstunden oder am Wochenende ausüben. Als Wiederverkäufer oder Dienstleistungsanbieter wagen Vollzeitbeschäftigte den Sprung in die Selbstständigkeit im Nebenberuf. Trotzdem birgt die eigene Existenz auch Risiken und wer sich auf die eigenen Beine stellen möchte, kann sich bei verschiedenen Stellen Informationen zum Thema Nebenberuf und selbstständige Tätigkeit besorgen.

 

 

 

Die Agentur für Arbeit bietet neben verschiedenen Broschüren auch Seminare an und die Handelskammern veranstalten ebenfalls Seminare für Existenzgründer, in denen wertvolle Informationen zu notwendigen Behördengängen oder zur Finanzierung gesammelt werden können. Auch im Nebenberuf kommen auf Gewerbetreibende oder Freiberufler einige Gesetze und Regelungen zu, die eingehalten werden müssen. Vor allem bei Fragen, die sich mit den Finanzen beschäftigen, stehen Firmengründer oft vor vielen ungelösten Problemen. Steuernummer und Mehrwertsteuer, Buchführung und Bilanzen sind Schlagwörter, deren Bedeutung sich erst erschließen muss, und mit professioneller Hilfe lässt sich der Start in den selbstständigen Nebenberuf besser bewerkstelligen.