Reduziert

Von einer reduzierten Ware spricht man, wenn der ausgewiesene Preis gegenüber dem Normalpreis gesenkt wird oder wurde. Oft wird auch der Vergleich zum UVP – dem unverbindlichen Verkaufspreis – gegeben. Der UVP stellt eine Empfehlung des Erzeugers einer Ware gegenüber dem vertreibenden Handel dar, die aber nur als grobe Orientierung zu sehen ist und keiner rechtlichen Bindung unterliegt.

 

Gründe des Anbietens einer reduzierten Ware

Wird eine Ware als reduziert ausgewiesen, kommen für die Preissenkung mehrere Gründe in Betracht. Wenn eine Ware vom Handel in einer sehr großen Menge eingekauft wurde, ist es möglich, dass der Hersteller oder Erzeuger einen Mengenrabatt eingeräumt hat. Ein Mengenrabatt wird oftmals gewährt, wenn eine sonst unüblich große Menge eines bestimmten Artikels abgekauft wurde. Da sich durch diesen Rabatt der Einzelpreis einer Ware verringert, ergibt sich nun die Möglichkeit für den Händler, diesen Rabatt an den Kunden weiterzugeben. Als zweite Möglichkeit kommt in Betracht, dass es sich um Waren handelt, die sich zwar aktuell Sortiment befinden, aber in absehbarer Zeit nicht mehr angeboten werden. Es handelt sich dann umgangssprachlich um Auslaufmodelle, die auch möglichst schnell abgestoßen, also verkauft werden sollen, um Platz für neue Artikel zu machen. Des Weiteren belasten diese Produkte meist die Bilanz. Möglich ist auch, dass ein Artikel im weitesten Sinne beschädigt ist, aber trotzdem verkauft werden soll. Auf diesen Sachverhalt muss der Verkäufer jedoch ausdrücklich hinweisen. Zum Beispiel kann bei einem Artikel die äußere Verpackung beschädigt worden sein. Wenn der Artikel als solches aber völlig intakt ist, räumen Verkäufer oft einen Rabatt ein, um den beschädigten Artikel doch noch zu verkaufen.

 

 

Eine weitere Erklärung für reduzierte Waren ist das auslaufende Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses gibt an, wie lange ein Artikel gebraucht oder verzehrt werden darf. Der Verkauf über das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht zulässig und kann bestraft werden. Wenn absehbar ist, dass solche Artikel nicht vor dieser Frist verkauft werden können, schafft der Verkäufer einen zusätzlichen Kaufanreiz durch einen reduzierten Artikel. Da Artikel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, nicht mehr verkauft werden dürfen, lohnt es sich für den Verkäufer, den Preis zu senken, selbst wenn der letztendliche Verkaufspreis noch unter dem Einkaufspreis liegt. Wenn ein Artikel nach ablaufenden MHD vernichtet werden müsste, würde der Verkäufer einen vollständigen Verlust verbuchen und zusätzlich die Entsorgung arrangieren und bezahlen müssen. Im Fall des reduzierten Verkaufs muss der Verkäufer möglicherweise auch einen Verlust verbuchen, dieser liegt aber nicht so hoch wie der totale Verlust durch die Vernichtung des Artikels.

 

 

Nutzen für den Händler

Abhängig von den Gründen der Preissenkung, sprich, der Reduzierung, kann man von einer freiwilligen Preissenkung oder einer unfreiwilligen Preissenkung sprechen. Unfreiwillig ist sie dann, wenn damit eine hohe Belastung der Bilanz verhindert werden kann. Eine freiwillige Preissenkung dient vor allem der Werbung und der zusätzlichen Kundengewinnung. Mit besonders günstigen Artikeln kann ein Händler versuchen, den Kundenzustrom zu erhöhen und sein Geschäft attraktiver zu machen. Durch zusätzliche Werbung in Print-, Online- oder Rundfunkmedien kann man auf das Angebot von reduzierten Waren aufmerksam machen. Oft wird eine reduzierte Ware durch die prozentuale Ersparnis zum Listenpreis gekennzeichnet, um den Kunden auch ausdrücklich darauf hinzuweisen. Kunden, die reduzierte Ware kaufen, müssen sich in das Geschäft bewegen und werden höchstwahrscheinlich auch andere nicht reduzierte Waren einkaufen, was wiederum im Sinne des Verkäufers ist.

Ein Garantie- oder Gewährleistungsanspruch besteht auch bei reduzierten Waren. Wenn der Verkäufer diesen Anspruch einschränkt, muss er ausdrücklich darauf hinweisen.