Sonderposten

Hierbei handelt es sich um Artikel, die nicht dauerhaft oder regelmäßig zum Sortiment eines Händlers gehören. Ein Sonderposten zeichnet sich in der Regel durch seine günstigen Konditionen aus. Sonderposten treten meist in begrenzten Stückzahlen auf oder sind sogar Einzelstücke.

 

Entstehung von Sonderposten

Ein Sonderposten kann ein Artikel sein, der aus einer Retoure stammt und leichte Mängel aufweist. Wenn die Mängel die Funktion nicht oder nur vertretbar gering beeinträchtigen, entschließt sich der Verkäufer zu einem erneuten Verkauf mit einem gesenkten Preis.

Sonderposten können auch entstehen, wenn bei der Lieferung an den Händler einige Teile der Ware beschädigt sind, zum Beispiel durch Lieferschäden. Wenn der Großteil der Ware jedoch nicht beeinträchtigt ist, kann der Verkäufer die Waren trotzdem annehmen und dem Verkauf zuführen. Gegebenenfalls kann er sich mit dem Erzeuger auf einen Preisnachlass einigen, der den Verkauf trotzdem attraktiv macht.

 

 

Für den Erzeuger steht hier die Frage, welcher Verfahrensweg höhere Kosten verursacht. Falls es sich um einen nur kleinen Teil der Ware handelt und er selbst für die Retoure sorgen müsste, kann es durch hohe Personal- und Fahrtkosten für den Erzeuger günstiger sein, die Waren reduziert an den Händler zu verkaufen. Handelt es sich jedoch um gravierende Produktionsfehler, die die Sicherheit oder Funktionsweise enorm beeinträchtigen, wird der Händler die Ware retournieren und nicht als Sonderposten verkaufen.

Ein weiterer beliebter Sonderposten sind sogenannte Vorführgeräte. Ein Vorführgerät wird innerhalb der Verkaufsfläche des Verkäufers zum Probieren bereitgestellt. Nachteile beim Kauf von Ausstellungsstücken können sich aber in einer eingeschränkten Funktionsweise äußern. Die Einschränkungen reichen von einfachen Gebrauchs- und Abnutzungsspuren bis hin zu Fehlfunktionen. Eine andere Bezeichnung für Vorführgerät ist Ausstellungsstück. Der Unterschied ist nicht immer gegeben, aber zumindest laut Definition wird ein Vorführmodell dem Kunden meist von Fachpersonal vorgeführt, während ein Ausstellungsstück nur die Optik des Artikels darzustellen versucht. Demnach ist ein Vorführmodell bereits in seiner Funktion erprobt, aber auch benutzt, was sich auf die Lebensdauer auswirken kann. Im Einzelfall kann man den Sonderposten auch beim Händler vor Ort einer Funktionsprüfung unterziehen. Das liegt jedoch im Kulanzbereich des Verkäufers.

 

 

Ein Ausstellungsstück weist dafür oft Abnutzungsspuren auf, ist aber in seiner Lebensdauer nicht so sehr eingeschränkt. Mit der Verbreitung des Internethandels hat sich auch ein neuer Abnehmerkreis für Sonderposten entwickelt. Hier wird ganz gezielt nach billigeren Sonderposten gesucht. Der Nachteil liegt hier aber darin, dass die Ware weder begutachtet noch getestet werden kann. Oftmals findet sich dafür ein Hinweis des Verkäufers, der die Ware einem Funktionstest unterzogen hat oder die Qualität des Produktes genauer beschreibt.

 

„Refurbished Ware"

Als ein besonderer Fall von Sonderposten gelten wieder instand gesetzte Waren, die technisch überprüft wurden und gegebenenfalls auch technisch überholt worden sind. Diese Art der Sonderposten, die Wiederzuführung von Waren in den Verkauf, dient der Vermeidung von Verlusten und Abfällen. Für den Kunden, der diesen Sonderposten kauft, ergeben sich dadurch natürlich Preisvorteile. Allerdings muss erwähnt werden, dass Sonderposten meist vom Umtausch ausgeschlossen sind. Dies wird meist gut sichtbar vermerkt oder dem Kunden mitgeteilt. Diese besonderen Sonderposten werden auch als „refurbished ware" gekennzeichnet. Dieser Vermerk ist werbe- und marketingtechnisch beliebter als der deutsche Begriff „Sonderposten“.