Sonderverkauf

Als Sonderverkauf bezeichnet man den Verkauf von Waren zu unüblichen Preisen zu verschiedenen Zwecken.

 

Arten von Sonderverkäufen

Es gibt mehrere Gründe, warum eine Geschäft einen Sonderverkauf stattfinden lässt. Aus Gründen der Liquidität kann es ein mögliches Mittel sein, um möglichst schnell möglichst viel Umsatz zu verbuchen. Dies wäre der Fall, wenn dringend Gelder benötigt werden, um zum Beispiel Kosten zu decken. Diese Art von Sonderverkauf dient meist dazu, die drohende Geschäftsunfähigkeit abzuwenden.

Lässt sich eine Insolvenz oder Schließung nicht mehr vermeiden, kann der Sonderverkauf als Räumungsverkauf auch dazu beitragen, die Geschäftsfläche freizugeben und letzte Umsätze einzubringen, um offene Posten zu begleichen. Andere Arten des Sonderverkaufes können aufgrund von Umbau oder Umzugsmaßnahmen nötig sein. Wenn zum Beispiel eine Ladenfläche renoviert oder saniert werden muss und es nötig ist, dazu die gesamte Verkaufsfläche zu räumen, kann es sich lohnen, das bestehende Sortiment auszuverkaufen, um sich eventuelle Zwischenlagerkosten und Umzugskosten zu sparen.

 

 

Des Weiteren kann ein Sonderverkauf auch dazu dienen, die Lagerkapazitäten freizugeben, um zum Beispiel im Zuge einer Inventur den Arbeitsaufwand zu minimieren. Oft sind auch Fehlbestellungen mit falschen Mengen Grund für einen Sonderverkauf.

Durch die bestehenden Rabattgesetze kann solch ein Sonderverkauf fast zu jeder Zeit stattfinden. Deshalb werden diese Sonderverkäufe auch immer häufiger als reine Werbemaßnahme geplant, um auf das Geschäft zusätzlich aufmerksam zu machen und Kunden zu gewinnen. Bei den oben genannten Gründen für einen Sonderverkauf als Räumungsverkauf kann es sich als förderlich erweisen, wenn man sich geschultes Personal zur Seite holt, das den Verkauf plant, organisiert und durchführt. Ein Spezialist kostet zwar in diesem Fall Geld, doch er verbessert die Chancen, dass ein Sonderverkauf auch Erfolg hat.

 

 

Saisonware

Sonderverkäufe sind gerade bei solchen Händlern üblich, die Saisonware anbieten. Dies sind zum Beispiel Modegeschäfte, die ihre Kollektionen der Vorsaison schnellstmöglich verkaufen wollen, um Platz für die neue Saisonware zu schaffen.

Ein Sonderverkauf kann auch dann stattfinden, wenn das Sortiment sich nicht ändert, aber der Verkauf zu einem unüblichen Zeitpunkt stattfindet. Im Einzelhandel zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, auch an einem Sonntag zu öffnen, obwohl dies unüblich ist. Auch die kurzfristige Verlängerung der Öffnungszeiten ist möglich. Solch ein Sonderverkauf kann zum Beispiel vor oder nach einem Feiertag stattfinden, an Tagen, wo der Andrang besonders groß ist. Hier stellt der Sonderverkauf eine gewisse Ausgleichsfunktion dar. Für diese Art von Sonderverkäufen gibt es allerdings strenge gesetzliche Regelungen.

 

 

Der Sonderverkauf stellt häufig nur eine Marketingstrategie dar, um das Geschäft wieder zu beleben, billige Werbung zu erhalten und Kunden zu gewinnen. Hier liegt aber auch das Problem, denn einige Händler versuchen, durch starke Rabatte Kunden zu gewinnen und erhöhen vor einem Sonderverkauf die Preise, um diese dann noch stärker zu senken. Auch Produkte, die sich bei den Kunden als unbeliebt etabliert haben, werden oft mit Sonderverkäufen wieder attraktiv gemacht. Erst seit der neuesten Gesetzesänderung ist es dem Handel erlaubt, Sonderverkäufe fast ganzjährig frei zu planen und durchzuführen. Vor diesen Änderungen waren die Sonderverkäufe streng zeitlich begrenzt, wie zum Beispiel beim Winterschlussverkauf. Mit den Änderungen hat der Handel mehr Spielraum in der Ausführung erhalten und nutzt diesen auch konsequent aus.