Steuern

Steuern gelten als notwendige Geldzahlungen der Bürger gegenüber ihrem Staat, um dessen Funktionsfähigkeit zu erhalten. Viele vom Staat gestellte Dienstleistungen dienen nämlich der Allgemeinheit und können nicht wie einfache Handwerkerarbeiten mit einer Rechnung beglichen werden. Hierzu zählt zum Beispiel das Aufbauen und Aufrechterhalten der Infrastruktur. Doch neben allgemein notwendigen Abgaben gibt es auch individuelle Steuerzahlungen, die sich nach den finanziellen Verhältnissen einer Person richten. Egal ob es sich nun um Einkommenssteuer, Vermögenssteuer oder vielleicht die Umsatzsteuer beim Unternehmer handelt – ein Steuerbescheid, der dann beim jeweiligen Steuerschuldner beigetrieben wird, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um rechtskräftig und somit gültig zu sein. Steuern müssen vier Grundanforderungen erfüllen: Sie müssen gerecht, unmerklich, ergiebig und praktikabel sein.

 

 

Gerechtigkeit und Unmerklichkeit der Steuern

Da der Staat gegenüber dem Bürger eine Steuerlast geltend macht, die dieser zu begleichen hat, muss sich die Einzelperson darauf verlassen können, dass dies nicht willkürlich geschieht. Die entsprechende Festlegung muss gewissen Regeln folgen. Nach dem Grundgesetz ist für einen derartigen Eingriff (in diesem Fall in den Vermögensbestand des Einzelnen) ein Gesetzesvorbehalt vorgesehen. Das bedeutet, dass ohne entsprechendes Gesetz keine Steuern eingezogen werden dürfen. Diese Notwendigkeit wurde durch das Steuerrecht erfüllt, welches Fragen der individuellen Steuerlasten der Bürger abschließend regelt. In diesem Gesetzestext wird ebenfalls festgelegt, dass die Steuern in gewisser Relativität zum Einkommen der Bürger stehen müssen, da jeder aufgrund unterschiedlicher finanzieller Verhältnisse auch grundverschiedene Möglichkeiten finanzieller Leistungen besitzt. Hierdurch wird der Grundsatz der Gerechtigkeit von Steuern gewährleistet.

Unmerklich sind Steuern, die der Bürger nicht als solche wahrnimmt und die keine derartige Belastung darstellen, dass sie dem Steuerzahler tagtäglich vor Augen geführt werden. So werden besonders Steuern als unmerklich bezeichnet, die bereits im Endpreis gewisser Produkte enthalten sind, wie zum Beispiel die Mehrwertsteuer. Bei jedem Einkauf ist die Mehrwertsteuer bereits in den verschiedenen Produkten enthalten und wird vom Bürger als Teil des Gesamtpreises gar nicht besonders wahrgenommen. Würde sie jedoch beim Einkauf fehlen und der Bürger würde am Ende des Jahres einen Steuerbescheid über all diese fehlenden Mehrwertsteuerbeträge erhalten, beispielsweise einen Betrag von 400 Euro nachzahlen müssen, dann wären die Steuern offensichtlich ganz und gar nicht mehr unmerklich und der Bürger würde sie vermutlich als unfair empfinden.

 

 

Ergiebigkeit und Praktikabilität der Steuern

Der Grund, dass überhaupt Steuern erhoben werden, dient der Selbstfinanzierung und Erhaltung eines Staats mitsamt all seinen Dienstleistungen und seiner Infrastruktur. Es ist somit notwendig, dass die erhobene Steuer möglichst ergiebig ist, ohne dabei Einzelpersonen unverhältnismäßig hoch zu belasten, damit entsprechende Beträge erzielt werden, die die Selbsterhaltung des Staates auch gewährleisten können. Idealerweise passt sich die Steuer der momentanen Wirtschaftsleistung eines Landes am, um von den Steuerzahlern nicht als ungerecht empfunden zu werden. Beispielsweise geschieht dies mit einer Ertragssteuer, die das Einkommen einer Einzelperson besteuert. Steht das Land in wirtschaftlichem Aufschwung, so verdienen auch Bürger durchschnittlich mehr, was zu höheren Steuereinnahmen führt, die den Wohlstand sichern.

Praktikabel sind Steuern vor allem dann, wenn sie einfach und ohne großen Verwaltungsaufwand beigetrieben werden können. Dies wird anhand der Steuergesetze bewertet. Diese erfüllen den Anspruch, leicht verständlich und nicht verklausuliert zu sein, um nicht durch unnötig generierten Verwaltungsaufwand zusätzliche Kosten oder Unverständnis in der Bevölkerung hervorzurufen.