Umsatz

Der Umsatz ist ein Begriff aus der Betriebswirtschaftslehre und kann auch Erlös genannt werden. Der Umsatz ist immer der Gegenwert an Geld, den das Unternehmen durch seine Geschäfte verdient. Dies können Verkäufe, Vermietungen oder Verpachtungen sein, aber auch beispielsweise offene Forderungen.

 

Wie ist der Umsatz in die Unternehmensstruktur einzuordnen?

Ein Unternehmen ist stets ein kompliziertes wirtschaftliches Gebilde und die Struktur ist für Laien oft nicht so leicht zu durchschauen. Deshalb ist es auch wichtig, erst einmal die grundsätzliche Einordnung des Umsatzes innerhalb der Unternehmensfinanzen zu begreifen.

Ein Unternehmen baut sich im finanziellen Bereich im Prinzip aus vier Stufen auf, die das Rechnungswesen betreffen. Ganz oben steht das Gesamtvermögen, welches durch den Aufwand und dem gegenüberstehenden Ertrag definiert wird. Es beschreibt die Gesamtheit aller Leistungen. Darunter steht das firmennotwendige Kapital. Hier kommt auch der Umsatz ins Spiel. Gegenüber den Kosten eines Unternehmens (egal ob regelmäßig oder unregelmäßig) stehen die Leistungen und Erlöse. Unter dieser Stufe finden sich nur noch das Geldvermögen (Ausgaben und Einnahmen) und die Kasse (Auszahlungen und Einzahlungen). Es wird also deutlich, dass der Umsatz ein fester Teil in einer hierarchischen Struktur des Rechnungswesens ist.

 

 

Diese Struktur ist jedoch nur ein grundsätzliches, standardisiertes Abbild des Rechnungswesens, welches in Abhängigkeit von der Unternehmensart leicht variieren kann. So kann zum Beispiel ein Handelsunternehmen direkt Ware verkaufen, ohne noch eine Eigenleistung zu erbringen. Hier sind Umsatz und Leistung identisch. Er bildet sich aus der Anzahl der verkauften Waren multipliziert mit ihrem Verkaufspreis. Kommen bei Unternehmen noch Fertigungskosten oder Aufwände jeglicher Art hinzu, die einen finanziellen Nachteil darstellen, so wird die Menge dessen vom Erlös abgezogen. Der Umsatz ändert sich jedoch nicht.

Diese Tatsache kommt zum Beispiel auch bei der Umsatzsteuer zum Tragen. Hier ist nicht relevant, wie viele Einnahmen ein Unternehmen erwirtschaftet hat (Einkommenssteuer), sondern es wird streng beurteilt, wie hoch der Umsatz war und eine entsprechende Umsatzsteuer entrichtet.

 

 

Gibt es verschiedene Arten von Umsatz?

Im Prinzip beschreibt der Umsatz immer dasselbe – den Gegenwert erbrachter Leistungen. Je nach Art der Branche können diese Leistungen sich aber ganz unterschiedlich zusammensetzen. So kann es sich beim Freiberufler (Arzt oder Anwalt) um einen Honorarertrag handeln. Bei der Autowerkstatt hingegen setzt sich der Umsatz aus Verkäufen, Vermietungen oder auch Reparaturen zusammen. In der Hausverwaltung sind es die Mieterträge und im Versicherungsunternehmen die Prämienerträge oder Provisionserlöse.

Wichtig ist auch hier zu beachten, dass es sich beim Umsatz um den Gegenwert einer Leistung handelt, die betriebsextern durchgeführt wird. So werden die Verkaufszahlen des Autohändlers und die Umsatzerlöse aus Verkäufen des Großhandels zum Umsatz gezählt – die Gehaltszahlungen an die eigenen Mitarbeiter jedoch nicht. Gleich verhält es sich mit notwendigen Anschaffungen, zum Beispiel teuren Maschinen, die für eine Produktion benötigt werden. Sie zählen nicht zum Umsatz, da sie nur intern verwendet werden. Jedoch kann man sie zum Eigenkapital der Firma zählen.

 

 

Letztlich lässt sich der Umsatz auch noch verallgemeinern. Nimmt man alle Unternehmer einer Branche und betrachtet die Summe all ihrer getätigten Umsätze, so spricht man vom Branchenumsatz. Dieser ist ein interessantes Mittel in der Bewertung einzelner Branchen hinsichtlich ihrer Stärke, Größe, Umsatzfähigkeit oder auch Bedeutung innerhalb der Wirtschaft. Aufgrund der Pflicht jeden Unternehmens zu einer Umsatzsteuererklärung lässt er sich auch verhältnismäßig leicht ermitteln.