Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer besteuert den Austausch von Leistungen. Bei diesen Leistungen kann es sich um Dienstleistungen oder Waren jeglicher Art handeln, für die ein Kunde bezahlt. Sie werden auf das Jahr zusammengerechnet, und aus dem berechneten Gesamterlös wird dann die zu entrichtende Umsatzsteuer ermittelt. Häufig wird sie auch als indirekte Steuer bezeichnet, da der Steuerzahler nicht identisch mit dem wirtschaftlich Belasteten sein muss. So wissen manche Unternehmer zum Beispiel, wie hoch die Umsatzsteuer ist, und um einer zu großen Belastung am Jahresende zu entgehen, berechnen sie in ihren Preisen für Ware und Dienstleistungen auch anteilig eine Umsatzsteuer. Bei einem solchen Geschäftsmodell wird die Umsatzsteuer im Prinzip durch den Kunden beglichen. Der Begriff Umsatzsteuer mag vielen Menschen unbekannt vorkommen, jedoch begegnen sie ihr jeden Tag. Heute wird diese Steuer jedoch überwiegend als Mehrwertsteuer bezeichnet.

 

 

Wie entstand die Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer oder vielmehr das Konzept der Umsatzsteuer gab es bereits im Mittelalter. Hier stellte sie sich als Ertragsabgabe dar und Bauern konnten diese begleichen, indem sie zum Beispiel einen Teil ihrer Ernte abtraten. Später entwickelte sich besonders in zivilisierteren Städten eine Kultur der Verkehrs- oder Verbrauchssteuern. Diese Steuern wurden damals jedoch sehr individuell im Sinne einer Einzelverbrauchssteuer erhoben. Diese wurde auch Akzise genannt. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstand eine Generalakzise, um sie ertragreicher zu machen und zu verallgemeinern. So wurde zum Beispiel im 19. Jahrhundert in Bremen eine allgemeine Umsatzsteuer erhoben.

Steuern werden je nach wirtschaftlicher Lage eines Landes erhoben. Geht es dem Land gut, so muss dieser finanzielle Vorteil auch auf die Bürger und somit Steuerzahler übertragen werden. Dies geschieht zum Beispiel durch Steuersenkungen. Geht es dem Land wirtschaftlich schlecht, so müssen die Bürger für ihren Staat aufkommen. Gegebenenfalls werden hierzu die Steuersätze angehoben oder sogar neue Steuern entworfen, um die wirtschaftliche Stabilität des Landes nicht noch weiter zu gefährden. Dies passiert insbesondere dann, wenn das Land sich bei keinem anderen Land Geld leihen kann. Das geschieht nicht nur aufgrund mangelnder Bonität. Beispielsweise war dies bei Deutschland im Ersten Weltkrieg der Fall. Aufgrund der finanziellen Notlage erhob das Land nun eine Stempelsteuer auf Warenlieferungen, die durchaus mit der heutigen Umsatzsteuer verglichen werden kann.

 

 

Wie funktioniert die Umsatzsteuer?

Das Beispiel eines Einzelhändlers kann die Funktionsweise der Umsatzsteuer sehr gut beschreiben. Voraussetzung hierbei ist, dass der Unternehmer der Pflicht nachkommt, die Umsatzsteuer dem Finanzamt anzuzeigen (Mitwirkungspflicht). Nun zahlt der Verbraucher beispielsweise 100 Euro für ein Produkt an den Unternehmer. Hierin enthalten ist die Umsatzsteuer von 15,97 Euro, die dem Unternehmer nicht gehören und die er an das Finanzamt zu zahlen hat. Der Unternehmer selbst hat jedoch eine Rechnung über die Ware vom Großhändler erhalten, die 75 Euro (brutto) beträgt und 11,97 Euro Umsatzsteuer enthält. Wenn der Unternehmer nun bereits 75 Euro für die Ware gezahlt hat, hat er auch die 11,97 Euro Umsatzsteuer bereits entrichtet, da diese für ein Produkt immer nur einmal zu zahlen sind. Er kann sie als sogenannte Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen und von den fälligen 15,97 Euro abziehen. So bleiben lediglich 4 Euro, die er an Umsatzsteuer nach Abschluss der Transaktionen zu zahlen hat, welche er jedoch durch den erhöhten Preis beim Kunden (der schließlich 100 statt 75 Euro gezahlt hat) wettmacht. Er erwirtschaftet so im Prinzip 21 Euro und hat keine Steuerlast mehr zu tragen.