Wiederverkäufer

Ein Wiederverkäufer oder auch „Reseller“ kauft Waren und Dienstleistungen ein, um sie weiterzuverkaufen. Viele Betreiber von Onlineshops und auch Anbieter im Telekommunikationsbereich sind Wiederverkäufer. Mode ist ebenfalls ein großer Markt für Wiederverkäufer und ein Reseller kann seine Produkte unter einem eigenen Namen anbieten oder sich durch das Vermarkten fremder Marken einen eigenen Markenamen bilden. Das Kürzel VAR bezeichnet Wiederverkäufer, die einem Produkt einen Mehrwert hinzufügen und es dann weitervertreiben. In der Telekommunikationsbranche oder im Computerhardware-Handel sind VARs – Value-added Resellers – weit verbreitet. Sie fügen beispielsweise einem Computer eine Erweiterung hinzu und bieten ihn dann ihren Kunden an.

 

 

Wie wird man Wiederverkäufer?

Wer mit dem Gedanken spielt, als Wiederverkäufer ein Zusatzeinkommen oder gar seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sollte sich darüber bewusst werden, dass die Konkurrenz sehr groß ist. Vor allem in Online-Auktionshäusern sind viele Wiederverkäufer, die ihren Waren zum Ersteigern oder als Sofortkauf anbieten. Neben einer Quelle, von der man günstig Waren beziehen kann, braucht ein Wiederverkäufer auch ein Gespür dafür, welche Produkte sich gut verkaufen lassen. Das World Wide Web bietet viele Einkaufsmöglichkeiten für Reseller, doch die meisten Großhändler verkaufen ihre Waren nur in großen Stückzahlen und verlangen die Vorlage eines Gewerbescheins. Lagermöglichkeiten sollten also vorhanden sein und der Gewerbeschein muss bei der Gemeinde beantragt werden. Dazu benötigt man als Wiederverkäufer, der seine Waren online anbieten möchte, ein Computerprogramm, das neben dem Warenkatalog auch ein Bezahlsystem enthält, und eine eigene Homepage. Die Kosten für Software und Webseite kann man einsparen, in dem man bei einem der großen Online-Auktionshäuser seinen Shop eröffnet. Doch auch hier gibt es bestimmte Vorschriften und Regeln, gegen die man nicht verstoßen sollte, da neben dem Ausschluss vom Handel auch rechtliche Konsequenzen drohen, wenn man ohne Gewerbeschein als Privatperson gewerblich tätig wird.

 

 

Produkte und Waren günstig einkaufen

Die Großhändler bieten ihre Waren meist als Posten an, in denen eine bestimmte Stückzahl enthalten ist. Dadurch sinkt der Einzelpreis der Produkte, was die mögliche Gewinnspanne des Wiederverkäufers erhöht. Trotzdem muss ein Wiederverkäufer beim Einkauf abschätzen können, welche Stückzahlen er lagern und in einem bestimmten Zeitraum absetzen kann. Hierfür ist neben einer Kalkulation auch das Gespür für die momentane Marksituation notwendig. Ist Lagerplatz vorhanden und die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Produkte nach sechs Monaten einen guten Umsatz bringen, sollte der Wiederverkäufer auch im Mai die Handschuhe einkaufen und sie einlagern.

 

 

Neben- oder Hauptgewerbe als Wiederverkäufer anmelden?

Auch als Wiederverkäufer im Onlinehandel muss man ein Gewerbe anmelden. Hier stellt sich die Frage, ob ein Nebengewerbe oder ein Hauptgewerbe angemeldet werden soll. Beim Nebengewerbe gibt es bestimmte Grenzen für das Jahreseinkommen, dafür fällt die Mehrwertsteuer weg und damit die Vorsteuerberechnung. Wer sich als Wiederverkäufer nur nebenbei betätigen oder sein Gewerbe erst später zum Hauptverdienst machen möchte, kann ein Nebengewerbe anmelden, denn eine Ummeldung ist später jederzeit möglich. Ein Reseller, der seine gewerbliche Tätigkeit hauptberuflich ausüben möchte, muss ein Hauptgewerbe anmelden. Doch hier kann nur nach bestimmten Vorschriften zum Nebengewerbe gewechselt werden, und man sollte sich gut überlegen, in welcher Form man in die Selbstständigkeit eintreten möchte.